Am 11.10.2008 haben wir den Heimat-Tierpark Olderdissen in Bielefeld besucht.
Der Tierpark Olderdissen liegt im Teutoburger Wald und besteht seit 1930 rund um den alten Bauernhof Olderdissen im Bielefelder Stadtwald. Auf ca. 15 Hektar Fläche können dort auf Teichen, Wiesen und in Wäldern über 430 Tiere in ca. 100 verschiedenen Arten beobachtet werden. Darunter befindet sich auch manches Tier, das in freier Natur nur noch selten oder gar nicht mehr zu finden ist.
Der Heimat-Tierpark Olderdissen ist bundesweit die einzige Einrichtung dieser Größenordnung, für die kein Eintritt erhoben wird und die rund um die Uhr zugänglich ist. Der Erfolg dieses Konzeptes zeigt sich auch in den Besucherzahlen: jährlich kommen ca. 500.000 Besucher um den Bielefelder Anziehungspunkt für Jung und Alt zu erleben.
So machten auch wir uns auf den Weg, diesen wunderschönen Park zu erkunden. Als erstes gingen wir, noch ohne den kostenlos ausliegenden Orientierungsplan, an der Zoo-Schule „Grünfuchs“ vorbei zu mehreren großen Wiesen, auf denen Wiesente, Heidschnucken, Ziegen und rückgezüchtete Tarpane (eine Wildpferdform) weideten.
Zurück zum Ausgangspunkt, der Gastronomie Meierhof Olderdissen, folgten wir nun mit Plan den numerierten Gehegen und gelangten so an zwei Teichen mit zahlreichen Wasservogelarten vorbei. Daneben konnten wir Ställe mit mehreren Hühner- und Taubenarten sowie kleinen Nagetieren besichtigen und bekamen dabei auch etliche Volieren mit Sing-, Greif-, Krähen- , Eulen- und Watvögeln zu sehen. Bemerkenswert dabei ist, dass es im Tierpark extra eine Greifvogelaufnahmestation gibt, die seit 1984 verletzte Tiere wie Bussarde und Eulen aufnimmt und pflegt, um sie wieder in die Freiheit zu entlassen.
Unser Weg führte uns weiter zu der ca. 3500 m² großen Braunbärenanlage, die es uns ebenfalls angetan hatte. Auf dieser Seite des Tierparkes befanden sich die Shetland-Ponys und Schottischen Hochlandrinder. Daneben gab es noch Marderhunde, Vielfraße und Waschbären, die wir aber leider nicht zu Gesicht bekamen. Dahingegen konnten wir das Wildkatzen- und Luchsgehege sehr gut von Besucherplattformen aus überblicken und bekamen diese imposanten Tiere somit auch gut vor die Linse.
Zu sehen waren dort auch zahlreiche Tag- und Nachtgreifvögel, die sich aber eher vor uns versteckten. Das Gamswild, Muffelwild, Damwild, Rotwild und Steinwild war hingegen sehr zutraulich und durfte sogar mit aus Futterautomaten erhältlichem Futter gefüttert werden. Interessant zu beobachten waren auch die Wölfe, die durch ihr weitläufiges Gehege liefen.
Im unteren Stauweiher angekommen konnten wir durch eine große Biber-Anlage mit künstlicher Biberburg gehen. Doch die Biber ließen sich dort nicht im Freien blicken sondern schliefen lieber zusammengerollt in einer kleinen Hütte. Dafür waren ihre Mitbewohner, die Nutrias oder auch Sumpfbiber genannt, sehr aktiv und buddelten ständig an ihren Erdlöchern herum. Ein Stück weiter sahen und rochen wir schon die Wildschweinfamilie, an der wir aber dann zügig vorbeigingen und zu den Füchsen gelangten, wo wir gleich einen Silberfuchs samt Beute im Maul beobachten konnten.
Weiter ging es zu sehr schön hergerichteten verglasten Scheunen, in denen Baum- und Steinmarder hausten und zu den Eseln. Zum Schluss kam noch der Kinder-Bereich mit Spielplatz, Streichel- und Haustiergehegen.
Zusammenfassend, lässt sich sagen, dass der Heimat-Tierpark wirklich sehr schön und mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail gestaltet ist. Die Gehege sind alle mit sehr guten Hinweisschildern ausgestattet, teilweise sogar in Brailleschrift für Sehbehinderte und Blinde verfasst, und in sehr gepflegtem Zustand.
Ein Besuch dort lohnt sich allemals, vor allem weil sich in unmittelbarer Nähe auch ein schöner Botanischer Garten und zahlreiche Wanderwege befinden.