Ausflüge zur Ruine der „Eversteiner Burg bei Polle“ (auch „Burg Polle“ genannt) in der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle, Landkreis Holzminden, Niedersachsen
Schon zwei Mal haben wir einen Ausflug zur Burgruine in Polle unternommen. Beim ersten Besuch im September 2009, war die Burg leider geschlossen aber dafür hatten wir am Ostersonntag, den 04.04.2010 mehr Glück und konnten uns die Ruine nun endlich auch einmal von innen anschauen.
Die „Burg Polle“ steht eindrucksvoll auf einer etwa 25m hohen Bergkuppe über der Gemeinde Polle und der direkt östlich sowie unterhalb der Burg angrenzenden Weserschleife.
Die Anlage wurde erstmals im Jahr 1285 urkundlich als "Eversteiner Burg“ erwähnt und gilt als eine der Stammburgen der Eversteiner Grafen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie 1641 von schwedischen Truppen zerstört und blieb Ruine.
Der heute noch erhalten gebliebene Teil der oberen Burganlage mit dem Palas, dem Bergfried, den Ringmauern und dem Burgbrunnen zählt zu den typischen Höhenburgen mit Spornlage. Die gesamte Anlage der Burg gliedert sich in eine sogenannte Haupt- bzw. Kernburg mit den herrschaftlichen Wohnbauten und dem etwa 20m hohen, runden, besteigbaren Bergfried.
Die dem Burgkegel vorgelagerte Unterburg, einst mit Mauern und Türmen gesichert, enthält die Wirtschaftsbauten und wird auch als Vorburg bezeichnet.
1986 wurde bei archäologischen Grabungen an der Ostseite der Burg ein bisher unbekanntes Gewölbe freigelegt. Durch weitere Untersuchungen im Burgbereich konnten Keramik, Speisereste, Glas-, Kachelfragmente usw. geborgen werden, welche erstmalig interessante Rückschlüsse über das Leben auf der Burg zuließen.
Von 2007 bis September 2009 wurden auf der Burg weitere archäologische Ausgrabungen durchgeführt. An der Westmauer wurden diverse Grabungsschnitte angelegt. Hier befinden sich neben dem vermuteten Küchenbereich mit Ausguss-Stein auch mittelalterliche Mauerreste aus der Entstehungszeit der Kernburg. Bei den Grabungsarbeiten wurden mehrere Balkenlagen und Treppenstufen freigelegt. Rötlich gebranntes Mauerwerk weist auf zwei Feuerbereiche hin.
Weitere Grabungsschnitte wurden am Brunnen, im östlichen Burgbereich vor der vermuteten Toranlage sowie in Nähe des Palas an der Südmauer angelegt. Grundmauern und eine bisher unbekannte Öffnung in der Südmauer, unter einer Fensternische, deren Verwendung bisher noch nicht geklärt werden konnte, wurden hier ergraben.
Die Burgruine ist an den Osterfeiertagen, an den Wochenenden im April und ab Mai bis September täglich von 10.00 – 19.00 Uhr für Besucher geöffnet. Sie bietet außerdem eine herrliche Kulisse für zahlreiche Veranstaltungen, Theateraufführungen, Konzerte, Märkte und Feste.